Naturschutz Fehntjer Tief: Große Enttäuschung

Juli 1, 2021

Der Leeraner Kreistag hat entschieden: Das Schutzgebiet „Fehntjer Tief“ kommt. Die Betroffenen, insbesondere die dort wirtschaftenden Landwirte, sind enttäuscht. Es bleibt dabei, dass große Teile des Gebietes zu Naturschutzgebieten erklärt werden.

Die CDU-Fraktion hatte beantragt, die betroffenen Flächen als Landschaftsschutzgebiet statt Naturschutzgebiet auszuweisen. In einer emotionalen Rede forderte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Baumann, die Sorge der betroffenen Landwirte ernst zu nehmen. „Wir wollen keine kalte Enteignung der Bauern. Wir wollen, dass sie ihr Eigentum weiter sinnvoll bewirtschaften können. Wir wollen, dass keine bäuerlichen Existenzen vernichtet werden.“

Nahezu alle anderen Fraktionen und Gruppen (unter anderem FDP, Moin, AWG, Linke) erklärten, dem CDU-Antrag zustimmen zu wollen. Nur die SPD wollte nur einen Teil von Natur- in Landschaftsschutz umwandeln; die Grünen wollten gar keine Lösung für die Landwirte.

In der Abstimmung wurde es knapp: Der CDU-Antrag wurde mit 24 Ja- und 26 Nein-Stimmen abgelehnt. Entscheidend waren die Nein-Stimmen der Moormerländer SPD-Kreistagsabgeordneten Gerda Wille und Carsten Janssen. Wenn die beiden sich an ihre Zusage und ihre Abstimmung bei einer entsprechenden Resolution im Gemeinderat gehalten hätten, wäre der mit den Bauern abgestimmte Antrag der CDU durchgekommen. Viele Landwirte äußerten anschließend ihren Unmut über die Moormerländer SPD-Abgeordneten.

Angenommen wurde dann der Antrag der SPD, einen Teil aus dem Naturschutzgebiet herauszunehmen. Die Annahme dieses Antrags war nur möglich, weil viele Abgeordneten der CDU auf Wunsch der Landwirte dann diesem Antrag zustimmten, um wenigstens etwas für die Betroffenen zu erreichen.

Erfolgreich war dann die CDU-Fraktion mit ihrem Antrag, die Gewässerschutzstreifen von vorgesehen zehn auf fünf Meter zu verringern.

Dieter Baumann: „Ich bin sehr enttäuscht. Wie auch die Bauern kämpft man intensiv für eine gute Sache und wird von zwei Moormerländer Kreistagabgeordneten der SPD ausgebremst, denen der Fraktionszwang wichtiger ist als das eigene Gewissen. Traurig!“